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Spanien

Spanien allgemein

Hinweise für Touristen und Autofahrer
Stand: 19. September 2006

Spanien ist ein traditionell beliebtes Reiseland, in dem Besucher gastfreundlich empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.

Insbesondere in den größeren Touristenzentren ist jedoch Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht.

In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Überfällen auf Touristen entlang der spanischen Autobahnen (insbesondere auf der A 7 zwischen der französisch-spanischen Grenzstation La Junquera und Barcelona). Die Betroffenen werden dabei auf vermeintliche Schäden an ihrem Fahrzeug (z.B. Reifenpanne) hingewiesen und es wird „Hilfeleistung“ angeboten. Halten Sie deshalb möglichst nur auf belebten Raststätten an. Vergewissern Sie sich, dass im Fall einer Panne der zu Hilfe gerufene Abschleppwagen das Symbol von "Autopistas" bzw. das Symbol des von Ihnen angeforderten Pannendienstes trägt. Schließen Sie stets ihr Fahrzeug ab und lassen Sie keine offen sichtbaren Gegenstände im Fahrzeug liegen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Stand: 19. September 2006

Spanien ist Vertragspartei des Europäischen Übereinkommens über die Regelung des Personenverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten des Europarates vom 13.12.1957.

Deutsche können demnach mit einem gültigen oder seit höchstens einem Jahr ungültig gewordenen deutschen Reisepass oder einem gültigen Bundespersonalausweis nach Spanien einreisen.

Deutsche Kinderausweise werden anerkannt; Kinder unter 16 Jahren können auch einreisen, wenn sie im Pass eines Elternteils eingetragen sind. Alleinreisende Personen unter 15 Jahren sollten darüber hinaus auch eine polizeilich beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten (möglichst mit spanischer Übersetzung) mitführen.

Die Anforderungen einzelner Fluggesellschaften an die von ihren Passagieren mitzuführenden Dokumente weichen z.T. von den staatlichen Regelungen ab. Bitte erkundigen sie sich vor Antritt der Reise bei Ihrer Fluggesellschaft.

Spanien wendet das Schengen-Abkommen an, Grenzkontrollen bei Deutschen sollen nur noch ausnahmsweise durchgeführt werden. Seit den Terroranschlägen vom 11.09.2001 in New York und vom 11.03.2004 in Madrid werden aus Sicherheitsgründen Reisende auf dem Luftweg bei Ein - und Ausreise wieder verstärkt kontrolliert.

Für Reisen mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) in Länder der EU (außer: Irland, Großbritannien, Malta u. Schweden; für diese Länder gelten weiterreichende Bestimmungen), gelten seit dem 03.07.2004 folgende Regelungen:

Es ist ein EU-Heimtierausweis mitzuführen. Dieser Ausweis dient dem Nachweis, dass das Tier gegen Tollwut geimpft ist.

Dieser Ausweis ersetzt die bisherigen einzelnen Dokumente der EU-Staaten.

Ein Musterausweis sowie weitergehende Informationen erhalten Sie im Internet unter:

http://europa.eu.int/comm/food/animal/liveanimals/pets/index_de.htm

sowie auf der Homepage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).

Hier finden Sie selbstverständlich auch genaue Informationen zur Einreise mit Heimtieren nach Deutschland. Nachfolgend der einschlägige Auszug aus der Homepage des

Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz,
Rochusstraße 1, 53123 Bonn:

  • "Seit dem 3. Juli 2004 gelten für die Einreise mit bestimmten Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) aus Drittländern die Regelungen einer neuen Europäischen Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 998/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 (1) ).

Ziel dieser Regelungen ist der Schutz vor der Einschleppung und Verbreitung der Tollwut. Die Anforderungen an den Gesundheitsstatus der Tiere richten sich grundsätzlich nach der Tollwutsituation sowohl des Herkunfts-Drittlandes als auch des Bestimmungs-Mitgliedstaates in der EU.

Pro Person können höchstens 5 dieser Heimtiere mitgeführt werden.

Die Tiere dürfen nicht zum Verkauf bestimmt sein.

Für die Durchführung und Überwachung dieser neuen Europäischen Verordnung sind in Deutschland die Bundesländer (→ Veterinärbehörden der Bundesländer (2) ) zuständig.

  • Für die Einreise in die EU-Mitgliedstaaten (außer Irland, Malta, Schweden und Vereinigtes Königreich) aus sogenannten gelisteten Drittländern (3) (Anhang II der Verordnung [EG] Nr. 998/2003, Teil B Abschnitt 2 oder Teil C ), muss

  • jedes Tier durch eine deutlich erkennbare Tätowierung oder durch einen Transponder gekennzeichnet sein und

  • in einem Begleitdokument der gültige Impfschutz gegen die Tollwut nachgewiesen werden (inaktivierter Impfstoff mit einem Wirkungsgrad von mindestens einer internationalen Antigeneinheit nach WHO-Norm; die Gültigkeitsdauer des Impfschutzes richtet sich nach den Angaben des Herstellers).

  • Die traditionell tollwutfreien Mitgliedstaaten Irland, Malta, Schweden und Vereinigtes Königreich können für einen Übergangszeitraum von 5 Jahren ihre verschärften Anforderungen an den Nachweis des Impfschutzes sowie besondere Bestimmungen über antiparasitäre Behandlungen beibehalten. Informationen dazu können von den Web-Seiten der irischen Behörden unter www.agriculture.ie/index.jsp?file=pets/index.xm1

  • der schwedischen Behörden unter www.sjv.se

  • der britischen Behörden unter www.defra.gov.uk

abgerufen werden.

  • Ist das Herkunftsland nicht gelistet und somit die dortige Tollwutsituation und ihre Überwachung unklar oder bedenklich, müssen die Tiere vor der Einreise zusätzlich einer Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Tollwut unterzogen worden sein.

Diese Untersuchung muss

  • mindestens 30 Tage nach der Impfung

  • mindestens 3 Monate vor der Einreise

erfolgen. Dabei hat die Blutentnahme ein in dem jeweiligen Drittland autorisierter Tierarzt vorzunehmen. Die Blutuntersuchung selbst muss in einem von der Europäischen Kommission zugelassenen Labor (4)erfolgen (Anhang 1 der Entscheidung der Kommission 2004/233/EG (5) ) Hierzu muss die Blutprobe an eines der zugelassenen Laboratorien gesendet werden. Es wird empfohlen, vorher mit dem betreffenden Labor Kontakt aufzunehmen, um den Versand der Blutprobe abzustimmen.

Sofern der Impfschutz nach der Blutuntersuchung vorschriftsmäßig aufrechterhalten wird, muss diese nicht wiederholt werden.

Die 3-Monats-Frist vor der Einreise gilt nicht für die Wiedereinfuhr von Heimtieren aus einem nicht gelisteten Drittland in die EU, wenn bei diesen Tieren vor der Ausreise aus der EU eine Blutuntersuchung mit positivem Ergebnis durchgeführt wurde und dies im Heimtierausweis dokumentiert ist.

  • Die zuvor genannten Einreisebedingungen müssen mit einem Formular nach dem Muster der "Veterinärbescheinigung für nicht gewerbliche Verbringungen von Heimtieren (Hunde, Katzen und Frettchen) in die Europäische Gemeinschaft (Verordnung [EG] Nr. 2004/203/EG)"(6) nachgewiesen werden. Diese Bescheinigung hat ein amtlicher oder autorisierter Tierarzt auszustellen. Zusätzlich sind Belegdokumente, wie Impfausweis oder Nachweis über die Blutuntersuchung, mitzuführen.

  • Die Einführung dieser harmonisierten Bescheinigung soll durch Übergangsmaßnahmen erleichtert werden. Das bedeutet, dass die bisher vorgeschriebenen Impfzeugnisse und Bescheinigungen bis zur nächsten Wiederholungsimpfung weiter verwendet werden können, wenn

  • sie vor dem 1. Oktober 2004 ausgestellt wurden.

  • sie noch gültig sind (in Bezug auf Impfschutz und ggf. Antikörpertiter) und

  • aus ihnen hervorgeht, dass die Anforderungen der Europäischen Verordnung(1) erfüllt werden (Impfschutz, Kennzeichnung des Tieres, Angaben zum Besitzer)."

Spanien auf einen Blick
Stand: Juli 2005


Ländername Königreich Spanien/Reino de España 
Klima: Madrid: Hochlandklima (kastilische Meseta, 680 Meter ü.M.): trocken, kalte Winter, heiße Sommer (bis 40°C); Küste: Mittelmeer- bzw. Atlantikklima 
Lage 36 bis 43,5 Grad nördliche Breite; 9 Grad westliche bis 3 Grad östliche Länge (iberische Halbinsel; ohne Balearen, Kanaren, Ceuta und Melilla) 
Größe des Landes 505.990 km 
Hauptstadt Madrid ( 01.01.2004: 3,1 Mio.; Großraum/Autonomieregion 5,8 Mio. Einwohner) 
Bevölkerung 01.01.2004: 43,2 Mio. 
Landessprachen Spanisch (Castellano) ist verfassungsmäßige Staatssprache. Daneben haben Katalanisch, Baskisch, Galizisch und Valenzianisch offiziellen Rang in der betreffenden Autonomen Gemeinschaft 
Religion Römisch-katholisch (über 90%) 
Nationaltag 12. Oktober (Día de la Hispanidad) 
Staatsoberhaupt König Juan Carlos I, seit 22.11.1975 (S.M. Don Juan Carlos I de Borbón, Rey de España) 
Regierungschef José Luis Zapatero (seit 17.04.2004) 
Außenminister Miguel Ángel Moratinos 
Parlament Zwei-Kammer-System (Abgeordnetenhaus und Senat), beide für 4 Jahre gewählt. Abgeordnetenhaus (350 Sitze):
Präsident: Manuel Marín, PSOE, seit April 2004; Senat (259 Sitze). Präsident: Javier Rojo García, seit April 2004. 
Parteien Nach den Ergebnissen der letzten Abgeordnetenhauswahlen vom 14.3.2004:
PSOE (Sozialistische Arbeiterpartei):164 Sitze; 42,4%
PP (Volkspartei, Partido Popular) 148 Sitze; 37,64%
CiU (Convergencia i Unit, katalanische Regionalpartei): 10 Sitze; 3,24%
ERC (katalanische Republik Linke): 8 Sitze; 2,54%
bask. Nationalpartei EAJ-PNV: 7 Sitze; 1,63%
Izquierda Unida (Vereinigte Linke): 5 Sitze; 4,96%
kanarische Regionalpartei CC (Coalición Canaria): 3 Sitze; 0,86%
galizische Regionalpartei BNG (Bloque Nacionalista Gallego): 2 Sitze; 0,80%
sowie 3 weitere Regionalparteien mit je einem Sitz.
Die Zahl der Sitze wird auf der Ebene der 52 Wahlbezirke ermittelt; deshalb sind die großen Parteien und solche, die in einzelnen Wahlbezirken bzw. regional dominierend sind, stärker repräsentiert als es dem nationalen Stimmenanteil entspräche. 
Gewerkschaften Comisiones Obreras (CCOO, ca. 1 Mio. Mitglieder)
Unión General de Trabajadores (UGT, ca. 800.000 Mitglieder), Solidaridad de Trabajadores Vascos (ELA/STV bask. Regionalgewerkschaft, ca. 100.000 Mitglieder)
weitere kleinere regionale Gewerkschaften mit insg. 60.000 Mitgliedern. 
Mitgliedschaft in internationalen Organisationen WHO (1951), UNESCO (1952), IAO (Internationale Arbeitsorganisation) (1953), Vereinte Nationen (1955), OECD, IWF, Weltbank (1958), Europarat (1977), NATO (1982; November 1996: Parlamentsbeschluss zur vollen militärischen Integration), EG (1986), WEU (1988) 
Wichtigste Medien Zeitungen
El País (435.000), Madrid
Marca (Sportzeitung) (381.000), Madrid
El Mundo (300.000), Madrid
ABC (263.000), Madrid
La Vanguardia (202.000), (Barcelona)
El Periódico de Catalunya, (169.000), (Barcelona)
El Correo, (131.000), (Bilbao)
Radio und Fernsehen
Öffentlich-rechtlich:
Radio Televisión Española (RTVE):
2 landesweite Fernseh- Radioprogramme;
(Zuschaueranteil insg.: 28%) und mehrere regionale öffentl.-rechtl. Fernsehanstalten in Andalusien, im Baskenland,
in Galicien, Katalonien, Madrid, Murcia und Valencia.
Private Fernsehsender: Telecinco (Zuschaueranteil: 22%), Antena 3 (21%), Sogecable S.A./Canal + (Pay-TV, 3% der Haushalte)
Digitalfernsehen: Sogecable S.A./Digital + (Pay-TV, 12 % der Haushalte)l
Private Rundfunksender: Cadena SER, Cope, Onda Cero und weitere kleinere Regionalsender 
Bruttoinlandsprodukt (2004) 791 Mrd. EUR (Wachstum 2004 bei ca. 2,7%) 
Pro-Kopf-BIP 18.800 EUR 


Wirtschaft
Stand: Juli 2005


Grundlagen
Die demokratische Öffnung, der EG-Beitritt 1986 und die Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion sind Meilensteine der wirtschaftlichen Entwicklung Spaniens. Die Industrie wurde zunehmend liberalisiert und modernisiert. Das Land wurde dem internationalen Wettbewerb geöffnet und zog eine Flut ausländischer Direktinvestitionen an. Spanien nimmt gegenwärtig unter den Industrienationen mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 791 Mrd. EUR (2004) den 10. Rang ein. Das BIP/Kopf hat sich auf 18.800 EUR gesteigert.

Aktuelle wirtschaftliche Lage
Die spanische Wirtschaft wächst mit 2,7% weiterhin über dem EU-Durchschnitt. Hauptmotoren des Wachstums sind der private Konsum und die Bauwirtschaft - angetrieben durch steigende Löhne, niedrige Realzinssätze und massive öffentliche Investitionen in die Infrastruktur des Landes. Der Beitrag der Außenwirtschaft zum BIP ist dagegen negativ, da die spanischen Exporte weit hinter den Importen zurückbleiben.

Die Inflationsrate lag 2004 bei 3,1%. Trotz beachtlicher Beschäftigungserfolge hat Spanien mit knapp 11% eine der höchsten Arbeitslosenquoten in der EU (1996: 22,9%). Mit einem Gesamtvolumen von 57,3 Mrd. Euro an Strukturbeihilfen (2000-2006) ist das Land größter Nettoempfänger der EU. Das Durchschnittseinkommen erreicht mittlerweile 86% des Mittelwerts der EU-15-Staaten (ohne die 2004 neu hinzugekommenen Mitglieder; 1994: 75%). Rechnet man die 10 neuen EU-Mitglieder dazu, so liegt Spanien jetzt bei 93% des Durchschnittseinkommens der erweiterten EU. 

Wirtschaftssektoren
Die sektorielle Aufteilung der spanischen Wirtschaft entspricht in etwa der anderer Industrienationen: 67% Dienstleistungen, 18% verarbeitende Industrie, 9% Bauwirtschaft und 3% Landwirtschaft. Wichtigste Wirtschaftszweige sind Tourismus (2004: 53,6 Mio. Besucher, Spanien ist nach Frankreich zweites Tourismus-Ziel weltweit), Bau, Kommunikation und Informatik, metallverarbeitende Industrie (einschließlich Kraftfahrzeugsektor und Schiffbau), Maschinenbau, Landwirtschaft (einschließlich Ernährungswirtschaft und Fischerei), petrochemische Erzeugnisse. Spanien ist weltweit der sechstgrößte KfZ-Erzeuger, in Europa liegt es knapp hinter Frankreich auf dem dritten Platz.

Finanzpolitik
Spanien hat seit vier Jahren einen ausgeglichenen Haushalt. Unter Einbeziehung der staatlichen Sozialversicherung wurde 2003 sogar ein leichter Überschuss ausgewiesen (+ 0,5%). Im Jahr 2004 entstand zwar ein Defizit von 0,8% des BIP, das aber ausschließlich auf der Übernahme von Altschulden (u.a. der staatlichen Eisenbahngesellschaft) in den Staatshaushalt beruht. Für 2005 wird wieder ein Überschuss (+0,1%) erwartet. 

Außenhandel und ausländische Investitionen
Nach einem Überschuss in den Jahren 1995-1997 weist die spanische Leistungsbilanz seit 1998 ein Defizit auf; die Einnahmen aus dem Tourismus (2004: rund 37 Mrd. Euro) reichen nicht mehr aus, um die Verluste aus der Handelsbilanz (2004: rund 50 Mrd. Euro) zu kompensieren.

Bei weitem wichtigster Handelspartner sind die EU-Mitgliedsstaaten, in die ca. 70 % der spanischen Ausfuhren gehen und aus denen knapp 70% der spanischen Einfuhren kommen. Haupthandelspartner ist Frankreich vor Deutschland. Wichtigste spanische Exportgüter sind Automobile, landwirtschaftliche Produkte (Obst, Gemüse, Wein), Ausrüstungsgüter, chemische Erzeugnisse. Wichtigste Importgüter sind Energieträger, Automobile, Maschinen, Elektronik sowie chemische Erzeugnisse.

Spanien ist ein attraktiver Investitionsstandort. Hauptinvestor sind die EU-Partner. Auch die spanische Wirtschaft hat sich stark internationalisiert und engagiert sich zunehmend im Ausland. Hauptzielregion ist die EU mit rund 50%. Nach Lateinamerika, wohin in früheren Jahren ca. 2/3 des spanischen Auslands-Investitionskapitals geflossen waren, gehen dagegen nur noch rund 20%.

Arbeit, Soziales und Gesundheit 

Auch die Regierung Zapatero sucht in der Arbeits- und Sozialpolitik den Konsens im Rahmen des Sozialen Dialogs. Mit Arbeitgebern und Gewerkschaften sind frühzeitig die Grundlinien eines Fahrplans für die laufende Legislaturperiode vereinbart worden. Eine Verhärtung ist aber dennoch zu spüren: Zum ersten Mal kommen die Gespräche über ein Rahmenabkommen für die Tarifverhandlungen des Jahres 2005 nicht voran, und auch die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns ist erstmals seit 20 Jahren strittig. Insgesamt ist das soziale Klima ruhig; die Streikneigung nimmt seit elf Jahren kontinuierlich ab, bleibt aber im EU-Vergleich weit überdurchschnittlich.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit stagniert nach einem rasanten Abbau von 24,2% im Jahr 1994 auf 10,5% im Jahr 2001 (neue Berechnung; alte Berechnung: 13,2%) bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten von 11,7 Millionen auf nunmehr (3. Vj. 2004) 17,3 Millionen. Das ist die erfolgreichste Arbeitsmarktpolitik in der EU-15. Im 3. Quartal 2004 waren bei 10,5% Arbeitslosigkeit 14,4% der Frauen (Vorjahreszeitraum 15,6%) und 28,5% (30,7%) der Jugendlichen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenrate für das ganze Jahr 2004 dürfte bei 10,9% (11,3%) liegen. Der Anteil der befristeten Beschäftigungsverhältnisse verharrt seit Jahren trotz aller Reformversuche bei rund 30%. Über 90% der neu abgeschlossenen Arbeitsverträge sind befristet. Die tariflich vereinbarten Arbeitseinkommen stiegen 2004 um 2,95% (2002: 3,76%) und damit etwas stärker als die Inflation. Die Schwarzarbeit wird durch ein Programm zur Legalisierung illegal beschäftigter Ausländer bekämpft, dessen erste Phase, die befristete Legalisierung des Aufenthaltes von 800.000 bis einer Million Ausländern, jetzt umgesetzt wird.

Praktisch jede Erwerbstätigkeit ist sozialversicherungspflichtig. Die Beiträge (83% zahlt der Arbeitgeber) schlagen mit rund 37% der Lohnkosten zu Buche. Die Sozialversicherungen haben 2003 erneut Überschüsse erzielt und werden dies nach den Erwartungen der Regierung - bei Abstrichen im Leistungsrecht - noch bis 2015 tun. Akuter umfassender Reformbedarf wird nicht gesehen. Sorgfältig beachtet wird die Beitragsbezogenheit der Leistungen.

Die spanische Gewerkschaftslandschaft wird von den beiden großen Verbänden UGT (Allgemeine Arbeitervereinigung, *1883, sozialdemokratisch) und CCOO (Arbeiterkommissionen, *illegal in den 60er Jahren, ehemals kommunistisch) bestimmt. Dazu kommen starke regionale Gewerkschaften im Baskenland und Galizien. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist mit 1,5 Millionen Mitgliedern oder knapp 9% (EU: 20%) niedrig, aber ca. 70% der Arbeitnehmer sind von Tarifverträgen erfasst. 

Das Gesundheitswesen ist jetzt weitgehend dezentralisiert; das Qualitätssicherungsgesetz vom Mai 2003 zum Abbau der derzeit noch beträchtlichen regionalen Qualitätsunterschiede ist bislang von der Regierung Zapatero nicht angetastet worden. Die elektronische Patientenkarte kommt allen Versicherten zu, die Europäische Patientenkarte ist eingeführt. Die Aufwendungen für die Gesundheitsvorsorge liegen bei 70% des EU-Durchschnitts, ein Zuwachs bei den Investitionen und im Personalbereich ist angekündigt. Überlastung, Wartelisten und schlechter Zustand vieler Einrichtungen sind immer noch Realität. Wichtigstes Reformprojekt der Regierung wird 2005 die Sicherung des Pflegebedarfs sein.


Geschichte
Stand: Juli 2005


1489
Vereinigung der Kronen von Kastilien-León (Isabella I.) und Aragón-Katalonien (Fernando II.) zum Spanien der "Katholischen Könige"

1492
Fall Granadas (letztes maurisches Königreich in Spanien), damit Abschluss der Reconquista; Entdeckung Amerikas, Entstehung des spanischen Weltreiches

1516
Karl I. von Habsburg König von Spanien, als Karl V. (1519) zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; Spanien unter den Habsburgern von 1516-1700

1701
Philipp V. von Borbón; Spanien unter den Bourbonen von 1701-1808 und ab 1814

1705-1713
Spanischer Erbfolgekrieg; Frieden von Utrecht (1713): England erhält Gibraltar

1808-1814
Joseph Bonaparte (Bruder von Napoleon I.) wird König von Spanien; französische Fremdherrschaft

1812
Volksversammlung (Cortes) von Cádiz, erster Verfassungsentwurf

1814
Rückkehr der Bourbonen

1873-74
Erste Republik

1898
Unabhängigkeit der letzten spanischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico, Philippinen)

1914-1918
Spanien ist im Ersten Weltkrieg neutral

1931-1936
Zweite Republik

1936
18.07. Aufstand der Militärs unter General Franco

1936-1939
Spanischer Bürgerkrieg, Beginn der Franco-Diktatur

1939-1945
Spanien ist im Zweiten Weltkrieg neutral

1955
Aufnahme in die Vereinten Nationen

1975
20.11. Tod Francos

1975
22.11. Juan Carlos I. von Borbón zum König proklamiert

1976
01.07. Adolfo Suárez Ministerpräsident

1977
15.06. Allgemeine Wahlen: Parteienbündnis "Unión del Centro Democrático" /UCD 31,3 %; PSOE 28,6 %; PCE 9,4 %. Suárez (UCD) als Ministerpräsident bestätigt.

1977
28.07. Antrag auf Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften

1977
10.11. Mitglied im Europarat

1978
07.12. Verfassung durch Referendum angenommen

1979
01.03. Allgemeine Wahlen: UCD 35 %; PSOE 29 %

1981
29.01. Rücktritt von Ministerpräsident Suárez (UCD)

1981
23/24.02. Staatsstreichversuch von Teilen der Guardia Civil und des Offizierskorps

1981
27.02. Leopoldo Calvo Sotelo (UCD) Ministerpräsident

1982
30.05. Beitritt zur NATO

1982
28.10. Allgemeine Wahlen: PSOE 48,4 %; konservative AP 26,18 %; 
UCD7,14 %; PCE 4,13 %

1982
02.12. Felipe González (PSOE) Ministerpräsident

1985
12.06. Vertrag über den Beitritt Spaniens zur EG in Madrid unterzeichnet

1986
01.01. Spanien Mitglied der EG

1986
Referendum über den Verbleib in der NATO: 52,5% "Ja" und 39,8%"Nein"(Wahlbeteiligung: 59,7%)

1986
22.06. Parlamentswahlen: PSOE 44 %, AP 26 %, CDS (Adolfo Suárez) 9,2 % IU/Vereinigte Linke 4,6 %

1986
25.07. zweite Regierung González

1988
14.11. Spanien Mitglied der WEU

1989
29.10. Parlamentswahlen: PSOE 39,5 %, PP 25,4 %, CDS 7,9 %, katalanische CiU 5,0 %, IU 9,0 %, baskische PNV 1,2 %, separatistische HB 1,0 %

1989
07.12. dritte Regierung González

1992
500-Jahrfeiern der Entdeckung Amerikas, Olympiade in Barcelona, Weltausstellung in Sevilla, Madrid Kulturhauptstadt Europas

1993
06.06. Parlamentswahlen: PSOE 38,7 %, PP 34,8 %, IU 9,6 %, CiU 5 %, PNV 1,2 %, kanarische CC 0,9 %, HB 0,88 %

1993
13.07. vierte Regierung González

1996
03.03. Parlamentswahlen: PP 38,9 % (156 Sitze); PSOE 37,5 % (141 Sitze); IU 10,6 % (21 Sitze); CiU 4,6 % (16 Sitze); PNV 1,3 % (5 Sitze); CC 0,9 % (4 Sitze); HB 0,7 % (2 Sitze); 4 kleine Regionalparteien (5 Sitze)

1996
05.05. José María Aznar (PP) Ministerpräsident

1999
01.01. Spanien Mitglied der WWU

2000
12.03. Parlamentswahlen: PP 44,5 % (183 Sitze); PSOE 34,1 % (125 Sitze); IU 5,5 % (8 Sitze); CiU 4,2 % (15 Sitze); PNV 1,5 % (7 Sitze); CC1,1 % (4 Sitze); galicische BNG 1,3 % (3 Sitze); 5 kleinere Regionalparteien (5 Sitze)

2000
zweite Regierung Aznar

2004
Bei den Parlamentswahlen am 14.03.2004 erzielt die Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) 164 von 350 Parlamentssitzen und bildet eine Minderheitsregierung mit José Luis Rodríguez Zapatero als Ministerpräsidenten.

2005
20.02.: Spanisches Referendum zum Verfassungsvertrag der Europäischen Union (Beteiligung 42,32%, Ja-Stimmen 76,73%, Nein-Stimmen 17,24%)

Quelle : Auswärtiges Amt

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