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Kuba

Kuba allgemein

Allgemeine Informationen
Stand: 04. Oktober 2006

Kuba befindet sich in einer schwierigen Wirtschaftslage. Die Auslandsschulden und der Devisenmangel sind hoch. Fast alle Kubaner verdienen ihr Gehalt in der sog. Moneda nacional, der nicht-konvertiblen Landeswährung, mit der der Lebensunterhalt nur zum kleineren Teil bestritten werden kann. Viele, auch elementare Produkte und Dienstleistungen sind nur für den „peso convertible“ (CUC) erhältlich – zu Preisen, die oft den europäischen entsprechen oder sogar noch höher liegen. Das verfügbare Durchschnittseinkommen eines Kubaners beträgt umgerecht ca. 14,-- Euro.

Die Kubaner sind ganz überwiegend freundliche, gebildete und trotz der schwierigen Lebensumstände auch lebensfrohe Menschen. Sie können hier, insb. wenn Sie des Spanischen mächtig sind, persönlich sehr bereichernde Bekanntschaften machen und Freundschaften fürs Leben schließen. Es kommt aber trotzdem immer wieder zu Versuchen, die vermeintliche Naivität ausländischer Touristen für den eigenen Vorteil auszunützen. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Kuba ist kein Rechtsstaat. Das Land wird beherrscht von einer kommunistischen Einheitspartei. Es gibt keine Gewaltenteilung. Grundlegende Menschenrechte werden nicht beachtet. Menschenrechtsaktivisten und Dissidenten werden nicht nur im Alltagsleben diskriminiert, sondern häufig mit drakonischen Strafen verfolgt. Die Haftbedingungen sind hart, oft unmenschlich. Die Präsenz des Sicherheits- und Nachrichtendienstes des Staates ist allgegenwärtig. Glücklicherweise kommen Touristen nur im Ausnahmefall in Konflikt mit dem Staatsapparat.

Folgende Hinweise und Verhaltensregeln sollten Sie beachten:

  • Kuba befindet sich in der hurrikangefährdeten Zone der Karibik (Hurrikan-Saison von Juni bis November)

  • Im Vergleich zu anderen Fernreisezielen ist der Tourismus auf Kuba immer noch vergleichsweise sicher. In letzter Zeit werden aber auch auf Kuba Touristen zunehmend Opfer von Eigentumsdelikten und von Körperverletzung, in seltenen Fällen auch von Gewaltverbrechen, denen jedoch mit verstärktem Einsatz von Polizei und Sicherheitskräften vorgebeugt werden soll. Die Sicherheitslage in Kuba erfordert daher vor allem für Individualreisende ähnliche Vorkehrungen wie in anderen Ländern in der Region.

  • Kubaner bedürfen für jegliche Art privater Geschäfte einer Genehmigung der kubanischen Behörden. Vor Unterbringung in Privathaushalten sollten Sie grundsätzlich nach der erforderlichen behördlichen Genehmigung fragen, da sonst für beide Teile (Gastgeber und Gast) Schwierigkeiten mit der Polizei zu befürchten sind.

  • Für Rundreisen im Lande kommen für den Auslandstouristen in erster Linie organisierte Bustouren, aber auch Mietwagen in Betracht, wobei Busfahrten hinsichtlich Verkehrssicherheit und Benzinversorgung weniger problematisch sind. Für Autofahrten ist höchste Wachsamkeit erforderlich. In letzter Zeit haben sich eine Reihe von teilweise schweren Unfällen mit Personenschaden ereignet, an denen ausländische Fahrer beteiligt waren. In solchen Fällen ist mit langer Ausreisesperre, evtl. auch Untersuchungshaft zu rechnen.; Insbesondere wenn Personen verletzt oder getötet wurden, werden gegen ausländische Fahrer drakonische Haftstrafen verhängt. Erhöhte Gefahren im Straßenverkehr resultieren aus schlechtem Straßenzustand, unvorhersehbarem Fahrverhalten sowie technischen Unzulänglichkeiten (keine Beleuchtung, Bremsversagen etc.), auf die besonders auch bei der Anmietung von Mietwagen geachtet werden sollte. Tankstellen sind außerhalb der Großstädte selten und haben manchmal kein Benzin. Kubaner verständigen sich im Straßenverkehr z. T. durch ein System von Handzeichen, die für Ausländer zunächst nicht verständlich sind. Nachtfahrten über Land sollten wegen der schlechten Straßenverhältnisse, unbeleuchteter Fahrzeuge (wie Fahrradfahrer und Pferdefuhrwerke), Fußgänger und Vieh auf der Fahrbahn unbedingt vermieden werden.

  • Kuba leidet aufgrund technischer Probleme unter gravierenden Stromengpässen. Um Strom zu sparen, werden vor allem außerhalb der touristischen Zentren Stromabschaltungen (wichtig für Individualreisende!) vorgenommen, was auch zu Beeinträchtigungen der Wasserversorgung und Kommunikation führen kann.

  • Fotografieren Sie keine militärischen Einrichtungen und offizielle Fahrzeugkolonnen und respektieren Sie. Militäreinrichtungen (Sperrgebiete und Gebäude). Nicht alle militärischen Einrichtungen bzw. Sperrgebiete auf Kuba sind eingezäunt oder als solche deutlich erkennbar. Anweisungen bzw. Aufforderungen des Wach- und Sicherheitspersonals sollte unbedingt gefolgt werden.

  • Zahlungsmittel: Seit dem 08. November 2004 wird in Kuba der US-Dollar nicht mehr als Zahlungsmittel anerkannt. Das übliche Zahlungsmittel ist der „peso convertible“. Touristen können Euros von allen kubanischen Banken zum geltenden Wechselkurs in konvertible Pesos eintauschen. Da beim Tausch von US-Dollars 10% Kommission einbehalten wird, ist es ratsam Bargeld in Euro mitzubringen. Nicht benutzte „pesos convertibles“ können vor der Abreise am Flughafen zum Tageskurs in Euro zurückgetauscht werden. Lediglich in Varadero und anderen Tourismusgebieten wurde der Euro bereits als offizielles Zahlungsmittel eingeführt und kann auch nur dort genutzt werden. Dies soll in Zukunft noch ausgeweitet werden. Ein Erwerb der Landeswährung (moneda nacional, also nichtkonvertible Pesos) ist nicht erforderlich. Darüber hinaus ist die Ein- und Ausfuhr von Pesos verboten. Wegen des US-Embargos gibt es keinen Zahlungsverkehr zwischen Kuba und den USA. Die Kreditkarten (nur Visa) deutscher Bankinstitute werden – gegen erhebliche Abschläge – (z.Zt. 11,25%) i.d.R. in allen größeren Hotels und Restaurants akzeptiert, nicht jedoch Kreditkarten US-amerikanischer Institute (American Express; Diners Club) und nicht diejenigen deutscher Tochtergesellschaften US-amerikanischer Institute (z.B. Citibank). Scheckkarten (EC/Maestro) werden in Kuba nirgends angenommen. Als Alternative bzw. zusätzlich zu Kreditkarten und Euro-Bargeld sollten Euro- Reiseschecks (nicht American Express!) mitgeführt werden. Inzwischen kann Bargeld auch in einigen Bankfilialen (z.B. der Banco Financiero Internacional oder der Banco Metropolitano) am Bankautomat gezogen werden. Bargeld (Euro, möglichst in kleiner Stückelung) sollte auf mehrere Stellen verteilt mitgeführt werden. Dabei sollten verschiedene Möglichkeiten, wie Brustbeutel, Geldgürtel, Geldbörse usw. genutzt werden.

  • Wichtige Dokumente (Pass mit Visum beziehungsweise Touristenkarte, Führerschein,  Adressenlisten und Telefonnummernlisten) sollten auch in Kopie und getrennt vom Original mitgeführt werden. Ausländer müssen immer in der Lage sein, sich auszuweisen (Passkopie genügt.

  • Ferner sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Kubaner, mit denen Sie während Ihres Aufenthalts in Kontakt kommen, viel eher als Sie dem Zugriff des Staatsapparats ausgesetzt sind. Für den kubanischen Staat ist der Tourismus in erster Linie eine Deviseneinnahmequelle, kein Instrument der Völkerfreundschaft. Kontaktmöglichkeiten zwischen Touristen und Kubanern werden im Rahmen des Möglichen beschnitten. Für die Mitarbeiter der Tourismuswirtschaft werden Verhaltensvorschriften erlassen.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige
Stand: 04. Oktober 2006

Eine Einreise nach Kuba zu touristischen Zwecken mit einer Aufenthaltsdauer von 30 Tagen (einmalige Verlängerung um weitere 30 Tage möglich) ist nur mit Visum in Form einer sog. "Touristenkarte" möglich, die zusammen mit dem Reisepass zur Einreise dient. Pauschaltouristen können Touristenkarten über ihr Reisebüro erhalten, Individualtouristen müssen sich vor Einreise an die zuständige kubanische Auslandsvertretung wenden. Bei beabsichtigten längeren Aufenthalten oder solchen zu nicht-touristischen Zwecken ist ein Visum erforderlich, welches bei der kubanischen Auslandsvertretung im Herkunftsland zu beantragen ist. Hierfür ist unter Umständen eine Einladung erforderlich. Die Bearbeitungsdauer kann sich auf mehrere Wochen belaufen. Visa beziehungsweise Touristenkarten werden grundsätzlich nicht an der Grenze ausgestellt; darüber hinaus kontrollieren die Fluggesellschaften vor Abflug aus Deutschland grundsätzlich, ob Visum oder Touristenkarte vorhanden sind und verweigern u.U. die Mitnahme. Der deutsche Kinderausweis wird uneingeschränkt anerkannt. Die Einreise von Kindern bis 16 Jahren, die lediglich im Reisepass mitreisender Eltern eingetragen sind, ist grundsätzlich möglich; das Auswärtige Amt empfiehlt jedoch, dass Kinder, die über 10 Jahre alt sind, generell mit eigenem Kinderausweis reisen. Alle Einreisedokumente müssen bei der Einreise noch 6 Monate gültig sein. Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rückfrage bei der zuständigen kubanischen Auslandvertretung wird daher empfohlen.

Besondere Zollvorschriften
Stand: 04. Oktober 2006

Nehmen Sie nur Dinge mit, die für Ihren persönlichen Bedarf bestimmt sind. Übermengen können beschlagnahmt werden, weil sie als unerlaubte Geschenke angesehen werden. Führen Sie auf gar keinen Fall frische Wurst-, Milchprodukte, Gemüse oder Obst ein. Diese werden bei der Einreise beschlagnahmt, da die Einfuhr aus gesundheitspolizeilichen Gründen verboten ist. Elektrogeräte dürfen ebenfalls nur in dem Maß eingeführt werden, in dem sie für den persönlichen Bedarf bestimmt sind, nicht als Geschenke für kubanische Staatsangehörige. Für Geschenke (nicht-kommerzielle Einfuhr) ab einem Gegenwert von 50 CUC bis 250 CUC wird Zoll in Höhe von 100 % erhoben. Nähere Auskünfte dazu erteilt die zuständige kubanische Auslandvertretung. In den letzten Jahren wurden wiederholt eigentlich wertlose kunsthandwerkliche Gegenstände, die auf Touristenmärkten gekauft worden waren, bei der Ausreise von den kubanischen Zollbehörden beschlagnahmt mit dem Hinweis, es handele sich um kubanisches Kulturgut. Auskünfte hierzu sowie Ausfuhrgenehmigungen erteilt: Bienes Culturales, Calle 17 #1009, entre10 y 12, Vedado, Telefon: 839658. Die Genehmigung kostet nur wenige Pesos, erspart aber möglichen Ärger bei der Ausreise. Kuba hat mit Resolucion No. 41/2003 vom 09.10.2003 die ausfuhrrechtlichen Vorschriften von Zigarren stark verschärft. Danach dürfen ohne entsprechende Quittung der staatlichen Tabakläden und ohne fälschungssicheres Hologramm nur noch 23 einzelne Zigarren ausgeführt werden. Bei der Ausfuhr einer kompletten Zigarrenschachtel, welche in der Regel 25 Zigarren enthält, muß daher grundsätzlich immer die entsprechende Rechnung des offiziellen Tabakwarengeschäfts vorgelegt werden. Die Tabakkiste selbst muss ferner mit dem neu eingeführten Hologramm versehen sein. In der Rechnung sollten folgende Angaben enthalten sein: Ihr Name, Passnummer, Menge der gekauften Zigarren und die Zahlungsweise. Sämtliches ein- und ausgehendes Reisegepäck wird im Flughafen durchleuchtet.


Kuba auf einen Blick
Stand: März 2005


Ländername: Republik Kuba (República de Cuba) 
Klima: tropisch-feuchtheißes Seeklima; jahreszeitliche Schwankungen der Durchschnittstemperatur zwischen 21°C (Februar) und 33°C (Juli-August). Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit 80-90%; Regenzeit: Mai bis Oktober, durchschnittlicher Niederschlag pro Jahr ca. 1.600 mm 
Lage: Zwischen 19. und 24. Grad nördlicher Breite, und 74. und 85. Grad westlicher Länge 
Größe: Fläche 110.860 qkm, die Hauptinsel ist über 1.200 km lang und zwischen 30 und 190 km breit. 
Hauptstadt: Havanna (Ciudad de La Habana); 2,2 Mio. Einwohner (2000) 
Bevölkerung: 11,2 Mio.; Bevölkerungswachstum 0,33% p.a. (2000) 
Landessprache: Spanisch 
Religionen, Kirchen: Katholiken (röm.-kath.), Protestanten, Synkretisten; Mehrheit der Bevölkerung offiziell ohne Religionszugehörigkeit 
Nationaltag: 01. Januar (Jahrestag der Revolution 1959, Tag der Befreiung / Aniversario de la Revolución, Día de la Liberación) 
Unabhängigkeit: Seit 1902 
Staatsform/ Regierungsform: Sozialistische Republik, Einparteienherrschaft der Kommunistischen Partei Kubas (PCC); Nationalversammlung/Parlament (Asamblea Nacional del Poder Popular) mit 601 Mitgliedern; Staatsrat mit 31 Mitgliedern; Ministerrat mit 36 Mitgliedern. 
Staatsoberhaupt: Dr. Fidel Castro Ruz, Präsident des Staats- und des Ministerrats (Presidente de los Consejos de Estado y de Ministros) 
Stellvertretendes Staatsoberhaupt: Armeegeneral Raúl Castro Ruz, Erster Vizepräsident des Staats- und des Ministerrats 
Regierungschef: Dr. Fidel Castro Ruz, Präsident des Staats- und des Ministerrats 
Außenminister: Felipe Pérez Roque (seit 30.05.1999) 
Parlament: Nationalversammlung der Volksmacht (Asamblea Nacional del Poder Popular); eine Kammer, 601 Sitze; letzte Wahl Januar 2003 
Parlamentspräsident: Ricardo Alarcón de Quesada 
Regierungspartei: Kommunistische Partei Kubas (PCC); Parteivorsitzender: Dr. Fidel Castro Ruz, Erster Sekretär (Primer Secretario del Partido Comunista de Cuba) 
Opposition: neben der Kommunistischen Partei sind keine anderen Parteien zugelassen 
Gewerkschaften: Kommunistische Einheitsgewerkschaft "Zentrale der Arbeiter Kubas" (CTC) mit 18 sektoralen Einzelgewerkschaften 
Verwaltungsstruktur: zentralistisch; 14 Provinzen sowie die Sondergebietskörperschaft "Isla de la Juventud" 
Mitgliedschaft in internationalen Organisation weltweit: Vereinte Nationen (seit 1945) sowie den meisten Sonderorganisationen der Vereinten Nationen; Blockfreienbewegung (Gründungsmitglied); regional: ACS (Association of Caribbean States), ALADI (Asociación Latinoamericana de Integración), SELA (Sistema Económico Latinoamericano), seit 1999 Beobachterstatus bei Teilveranstaltungen von CARICOM (Caribbean Community); Kuba ist Mitglied der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), die Mitgliedschaft ruht jedoch seit 1962 (Politik des leeren Stuhles von Seiten Kubas und Entzug des Wahlrechtes in OAS-Gremien durch die OAS). 
Wichtigste Medien: Kubanisches Rundfunk- und Fernsehinstitut (Instituto Cubano de Radio y Televisión, ICRT) mit 4 TV-Sendern (Cubavisión, Canal Educativo I und II und Tele Rebelde) sowie mehreren Hörfunksendern (Radio Reloj, Radio Rebelde, Auslandshörfunk Radio Habana Cuba, u.a.); Zeitungen/Zeitschriften:
Granma, Zentralorgan der PCC (6x wöchentlich)
Trabajadores, Organ des Gewerkschaftsverbandes
Juventud Rebelde, Organ des Jugendverbandes
Bohemia (Wochenzeitschrift) 
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 32,84 Mrd. Pesos (2004, zu laufenden Preisen; Quelle: CEPAL)
(offizieller Wechselkurs 1 Peso = 1 USD; Angaben wegen multipler Wechselkurse nur eingeschränkt aussagekräftig) 
Pro-Kopf-BIP 3.000 Pesos (2004, zu laufenden Preisen; offizieller Kurs s.o.) 


Wirtschaft
Stand: März 2005


Wirtschaftslage
Der Zerfall des Ostblocks und die Auflösung der Sowjetunion ab 1989 hatten für Kuba dramatische Konsequenzen: Rund 85% seiner Exportmärkte sowie die beachtliche sowjetische Unterstützung im Gegenwert von schätzungsweise mehreren Milliarden USD pro Jahr entfielen. Beides war Voraussetzung für das Funktionieren der kubanischen Wirtschaft in ihrer damaligen Form. In der seit 1989 andauernden wirtschaftlichen "Sonderperiode" (periodo especial) musste Kuba sowohl die Wirtschaftsbeziehungen als auch die Wirtschaftsstruktur neu orientieren.

Seit 2002 veröffentlicht Kuba keine Angaben mehr zu Schulden und Zahlungsbilanzen. Auch detaillierte Handels- und Produktionszahlen wurden letztmals 2002 bekannt gegeben. Es ist daher schwierig, sich ein zahlenmäßig genaues Bild von der kubanischen Wirtschaft zu machen.

Motor und Hauptdevisenbringer der kubanischen Wirtschaft ist seit den 90er Jahren der Tourismus. Im Jahre 2003 erholte sich die von den Ereignissen nach dem 11.9.2001 stark geschwächte Branche wieder, und 2004 wurde zum ersten Mal (nach kubanischen Angaben) die Zahl von 2 Millionen Touristen überschritten. Bruttoeinnahmen sollen bei 2,4 Mio. USD liegen.. Hinzu kommen Geldüberweisungen von Familienangehörigen aus dem Ausland, vor allem aus den USA, die durch die im Mai 2004 beschlossenen Maßnahmen der US-Regierung allerdings unter die bisherigen ca. 1,2 Mrd. USD fallen dürften. Der frühere Hauptdevisenbringer Zucker ist gegenüber dem Tourismus stark zurückgefallen. Weitere wichtige Exportgüter sind Nickel, Zigarren, tropische Früchte sowie Fisch und Meeresfrüchte. Die Landwirtschaft konnte sich 2003 durch das Ausbleiben von Wirbelstürmen wieder erholen, leidet aber seitdem in einigen Sektoren an der seit fast einem Jahr andauernden Dürre. Die Wirbelstürme im August und September 2004 haben die Exportzweige der Landwirtschaft nur unwesentlich getroffen. Die wichtigsten Einfuhrgüter sind Rohöl und Ölprodukte, Maschinen, Fahrzeuge und Nahrungsmittel.

Kubas Devisenmangel hat sich 2004 verstärkt (hohe Ölpreise, fast keine Auslandsinvestitionen, Barzahlungen für Lebensmittel aus den USA, sinkende Überweisungen aus dem Exil). Das Land kann kaum dringendste Importe bezahlen und muss hierfür kurzfristige Kredite zu oft ungünstigen Bedingungen aufnehmen. Kuba bemüht sich nur noch mäßig um ausländische Investitionen, die jedoch nur in Form von Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) mit kubanischen Staatsunternehmen zulässig sind. Um eine größere Kontrolle über Devisen zu erhalten, dürfen kubanische Unternehmen seit Juli 2003 keine Konten in Devisen und seit Januar 2005 auch nicht mehr in konvertiblen Pesos führen. Alle Devisen und konvertible Pesos (CUC) mussten gegen kubanische Pesos an die Zentralbank abgegeben werden. Für Einkäufe im Ausland oder Zahlungen an ausländischen Firmen in Kuba können die kubanischen Unternehmen Devisen und CUC mit einer Kommission von 1% von der Zentralbank zurückkaufen.

Die seit 1993 durchgeführten, vorsichtigen Liberalisierungsschritte im Wirtschaftsbereich - wie die Freigabe des Dollarbesitzes für Kubaner, die Ermöglichung ausländischer Investitionen, die Förderung des Tourismus, die Wiedereröffnung von Agrarmärkten und die begrenzte Zulassung von Kleinstunternehmern in bestimmten Bereichen - sollen das zentral gelenkte Wirtschaftssystem effizienter gestalten, ohne dass aber ein Systemwandel beabsichtigt wäre. Diese Maßnahmen haben die Situation der Bevölkerung z.T. verbessert, aber auch soziale Unterschiede vergrößert. Inzwischen lässt die kubanische Wirtschaft aber wieder steigende Zentralisierungstendenzen erkennen. Vorläufiger Höhepunkt dieser Tendenz ist die Abschaffung des US-Dollars als Zahlungsmittel am 8.11.2004 und seine Ersetzung durch den konvertiblen Peso (CUC) im Verhältnis 1:1. Der Besitz von US-Dollar ist seitdem nicht illegal, sein Umtausch in CUC wird allerdings mit einer Gebühr von 10 Prozent belegt.

Kuba gilt in der Region als einer der Vorreiter im Bereich Umweltschutz und erneuerbare Energien, sehr oft können die Vorstellungen aber aufgrund knapper Devisen nicht umgesetzt werden.

Wirtschaftszweige
Landwirtschaft: Nach der Restrukturierung der Zuckerindustrie (Schließung von ca. der Hälfte der Zuckerfabriken) ist der Anteil des Zuckers auch 2004 mit einer geschätzten Ernte von 2,52 Mio. t (2003/2004) weit weniger wichtig. Die Ernte 2004/2005 wird aufgrund der seit fast einem Jahr herrschenden Dürre wahrscheinlich höchstens 1,8 Mio. t, ein Rekordtief, erreichen. Auch die Aussaat für die Ernten der kommenden Jahre hat stark gelitten. 
Daneben werden Tabak, Kaffee, tropische Früchte und Gemüse angebaut. 
Fischerei: Die Bedeutung des export-orientierten Fischfangs (insbesondere Langusten und Shrimps), der Fischzucht sowie der Fischverarbeitungsindustrie ist nach einer Abnahme 2001 wieder angestiegen. 
An Bodenschätzen werden bisher in größerem Umfang Nickel und Kobalt (2004: 76500 t) und Öl schwerer Qualität (2004: etwas weniger als im Vorjahr - 4,3 Mio. t, einschließlich Erdgas) gefördert. Verschiedene Unternehmen versuchen, neue Ölvorkommen zu erschließen, u.a. in der Ausschließlichen Wirtschaftszone im Seegebiet westlich Kubas. Erste Probebohrungen der Firma Repsol im Juni 2004 haben aber keine kommerziell verwertbaren Mengen an leichtem Rohöl zu Tage gebracht. Ein kubanisch-kanadisches Joint Venture hat Ende 2004 ein weiteres Vorkommen an schwerem Rohöl erschlossen, dessen Reserven 14 Mio. t umfassen soll. 
Die gewerbliche Wirtschaft war traditionell auf den Binnenmarkt konzentriert. Inzwischen möchte Kuba aber die Exportwirtschaft und die in USD wirtschaftenden inländischen Sektoren (insbesondere Tourismus) stärker entwickeln. Die Biotechnologie-Forschung hat Weltniveau. Daneben spielen Zuckerabfallprodukte (z.B. Spanplatten), Ölderivate, Textilverarbeitung und die Zementindustrie eine Rolle. Investitionen im Export- und im Tourismussektor sind zwecks Devisenerwirtschaftung bzw. -ersparnis prioritär. 
Im Bereich der Dienstleistungen entwickelte sich der Tourismus, mit einem Einbruch 2001 und 2002 bedingt durch die Ereignisse vom 11.9.2001, stetig aufwärts: von 1995 mit ca. 0,75 Mio. auf 2,05 Mio. Touristen im Jahr 2004. Die Tourismus-Bruttoeinnahmen stiegen von ca. 1 Mrd. USD 1995 auf ca. 2,4 Mrd. USD 2004. Von den Bruttoeinnahmen müssen noch rd. 50% für Importe oder Inlandskäufe gegen Devisen ausgegeben werden. 

Bruttoinlandsprodukt
Nach 1989/90 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mindestens 35%. Dieser Trend kehrte sich erst 1994 wieder um. Das reale BIP-Wachstum betrug offiziell: 1994: 0,7%; 1995: 2,5%; 1996: 7,8%; 1997: 2,5%; 1998: 1,2%; 1999: 6,2%; 2000: 5,6%; 2001: 3%, 2002: 1,1%, 2003: 2,6%, 2004: 3% (Angabe CEPAL – VN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika).

Im Jahr 2004 betrug das BIP offiziell 36,4 Mrd. kubanische Pesos (zu laufenden Preisen) (ca. 33,84 nach CEPAL-Angaben), d.h. rd. 3200 Pesos pro Kopf. Die Aussagekraft dieser Zahlen ist auch dadurch begrenzt, dass sie auf dem amtlichen Kurs von 1 Peso = 1 US-Dollar beruhen und der Peso nicht konvertibel ist. An den staatlichen Wechselstuben betrug der Wechselkurs (nur für Bargeldtransaktionen von Privatpersonen) 2004 rd. 26 Pesos für 1 USD. Außerdem werden offizielle Angaben zum BIP in USD seit 2004 nach einer "Parität der Kaufkraft" gemacht (dieses Modell beinhaltet die kostenlosen medizinischen und Ausbildungsleistungen). Danach betrug das Wachstum des BIP 2004 5%. . Die Aussagefähigkeit ist zweifelhaft, v.a. Vergleiche zum Vorjahr sind nun nicht mehr möglich..

Außenhandel
Im Jahre 2004 betrug Kubas Warenausfuhr 2,2 Mrd. USD, die Wareneinfuhr 5,3 Mrd. USD, das Handelsvolumen 7,5 Mrd. USD und das Handelsbilanzdefizit 3,1 Mrd. USD. Das Defizit wurde durch Überschüsse in der Dienstleistungsbilanz sowie durch Übertragungen und Nettokapitalimporte finanziert.

Die zehn wichtigsten Handelspartner Kubas waren 2004 (nach kubanischen Angaben) dürften den Zahlen von 2003 ähneln: Venezuela, Spanien, VR China, Kanada, Niederlande, Italien, USA, Mexiko, Frankreich, Russland; Anteil dieser 10 insgesamt: 72%.

Die Auslandsverschuldung Kubas in konvertiblen Währungen betrug Ende 2004 geschätzte 13-14 Mrd. USD (ohne Schulden, die bis 1990 gegenüber den damaligen Ostblockstaaten entstanden waren).

Das Defizit des Staatshaushaltes betrug 2004 3,5% des BIP..

Kuba veranstaltet zahlreiche Messen, an denen auch deutsche Firmen teilnehmen. Die größte ist die Internationale Messe Havanna (FIHAV) Anfang November.

Ansprechpartner: PabExpo, Herr Hector Díaz González, E-Mail: hector@pabexpo.get.tur.cu

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen
(siehe auch "Kuba auf einen Blick"):

weltweit: Vereinte Nationen (seit 1945) sowie die meisten Sonderorganisationen der Vereinten Nationen; Blockfreienbewegung (Gründungsmitglied); regional: ACS (Association of Caribbean States), ALADI (Asociación Latinoamericana de Integración), SELA (Sistema Económico Latinoamericano), seit 1999 Beobachterstatus bei Teilveranstaltungen von CARICOM (Caribbean Community); Kuba ist Mitglied der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), die Mitgliedschaft ruht jedoch seit 1962 (Politik des leeren Stuhles von Seiten Kubas und Entzug des Wahlrechtes in OAS-Gremien durch die OAS).



Geschichte
Stand: März 2005


ab ca. 700 v.Chr. Besiedlung der Karibikinseln von Venezuela aus durch die Arawak oder Taino. Matrilineare Kultur, Ackerbau und Baumwollverarbeitung. Diese Ureinwohner sind als Folge der Kolonialisierung in Kuba vollständig ausgestorben. 
1492 Christoph Kolumbus erreicht die Westindischen Inseln 
bis 1898 spanische Kolonie (ab 1868 Unabhängigkeitskampf, führende Persönlichkeit der Unabhängigkeitsbewegung: José Martí) 
1898 Eingreifen der USA, Besetzung Kubas durch die USA 
1901 Erste Verfassung Kubas, jedoch mit US-Vorbehaltsrechten (sog. Platt Amendment: Interventionsrecht der USA, Einräumung des Flottenstützpunktes Guantánamo) 
1902 Unabhängigkeit; anschließend wechselhafte innere Entwicklung, unter politischer und wirtschaftlicher Dominanz der USA 
1952-58 Diktatur unter Fulgencio Batista 
26.07.1953 gescheiterter Angriff Fidel Castros auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba 
02.12.1956 Landung Castros in Ostkuba und Beginn des Guerillakriegs 
01.01.1959 Flucht Batistas ins Ausland, Machtübernahme durch Castro 
1960 entschädigungslose Enteignung von US-Vermögen; Beginn des Konflikts zwischen Kuba und USA 
03.01.1961 Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Kuba durch die USA 
15.04.1961 Angriffe gegen die kubanische Luftwaffe (im Zusammenhang mit der darauf folgenden US-Invasion in der Schweinebucht) 
16.04.1961 Fidel Castro verkündet sozialistischen Charakter der Revolution 
17.04.1961 gescheiterte US-Invasion in der Schweinebucht 
Anfang 1962 vollständiges politisches und wirtschaftliches Embargo gegen Kuba durch die USA 
25.07.1962 Entzug des Teilnahme- und Abstimmungsrechtes in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS); seitdem Ruhen der kubanischen Mitgliedschaft 
Oktober 1962 Raketenkrise 
1975 Einsatz kubanischer Streitkräfte in Angola 
1977 Einrichtung von Interessenvertretungen der USA in Havanna und Kubas in Washington (jeweils in der Schweizer Botschaft) 
1978 Einsatz kubanischer Streitkräfte in Äthiopien 
1980 Massenflucht von ca. 130.000 Kubanern in die USA, nach Besetzung der peruanischen Botschaft in Havanna ("Mariel-Krise") 
1991 Teilnahme Fidel Castros am 1. Iberoamerikanischen Gipfel-Treffen in Guadalajara/Mexiko 
1991 Abzug der kubanischen Truppen aus Angola 
1992 Neue Verfassung verabschiedet, u.a. Einführung von Direktwahlen zur Nationalversammlung (Parlament) sowie Artikel zur Religionsfreiheit 
1993 Erste Direktwahlen zur Nationalversammlung 
1994 Kuba macht vorübergehend illegale Ausreise straffrei, was zu Massenflucht auf Booten und Flößen führt; "Balsero"(Flößer)-Krise 
1994 und 1995 Abschluss zweier Migration-Abkommen Kuba/USA: 20.000 US-Einwanderungsvisa pro Jahr; auf hoher See oder in der US-Basis Guantánamo aufgegriffene Flüchtlinge werden von den USA zurückgeschickt 
1995/96 Teilnahme Castros an 50-Jahrfeiern der Vereinten Nationen in New York und bei der FAO in Rom; dort Empfang durch den Papst im Dezember 1996 
24.02.1996 Kuba schießt zwei kleine US-Zivilflugzeuge über internationalen Gewässern ab; März 1996: Inkrafttreten des Helms-Burton-Gesetzes 
1997 5. Parteikongress der PCC (1. 1975; 2. 1980; 3. 1986, 4. 1991) 
11.01.1998 Zweite Direktwahlen zur Nationalversammlung 
21.-25.01.1998 Besuch von Papst Johannes Paul II. 
16.-17.11.1999 9. Ibero-Amerika-Gipfel in Havanna; mit Teilnahme u.a. des spanischen Königspaares 
12.-14.04.2000 Erster "Südgipfel" (G77 und China) in Havanna 
Februar 2002 Besetzung der mexikanischen Botschaft durch ca. 20 Kubaner 
Mai 2002 Besuch des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter
Übergabe einer Gesetzesinitiative mit 11.000 Unterschriften (Varela-Projekt) an die Nationalversammlung (Forderung nach mehr politischen Rechten und privatwirtschaftlicher Initiative) 
Juni 2002 Unterschriftensammlung zur unveränderlichen Festschreibung des Sozialismus in der Verfassung 
17. 12.2002 Oswaldo Payá, Initiator des Varela-Projekts wird mit dem Sacharow-Preis für Menschenrechte des Europäischen Parlaments ausgezeichnet 
19.01.2003 Dritte Direktwahlen zur Nationalversammlung 
März 2003 Verhaftung von 78 Oppositionellen, die zu Haftstrafen von durchschnittlich 20 Jahren verurteilt werden 
April 2003 Beendigung des De-facto-Moratoriums auf die Todesstrafe durch die Hinrichtung von drei Entführern einer Fähre 
05.06.2003 Maßnahmen der EU als Reaktion auf der MR-Verletzungen im März/April (u.a. Einladung von Oppositionellen zu den Nationalfeiertagen), daraufhin "Einfrieren" der betroffenen Botschaften durch die kubanische Regierung 
11.09.2003 Schließung des spanischen Kulturinstituts durch die kubanische Regierung 
03.10.2003 Hinterlegung von 14.000 weiteren Unterschriften im Rahmen des Varela-Projekts 
13.08.2004 Mit "Charley" trifft zum ersten Mal seit langem ein Wirbelsturm die Hauptstadt Kubas und richtet schwere Schäden an. "Wirbelsturm" Ivan zieht vier Wochen später über den äußersten Westen der Insel. 
08.11.2004 Nach 11 Jahren wird der US-Dollar als Zahlungsmittel abgeschafft und im Verhältnis 1:1 durch den konvertiblen Peso (CUC) ersetzt. 
Januar 2005 Wiederaufnahme der Kontakte zu EU - Botschaften 
31.01.2005 Suspendierung der Maßnahmen der EU vom 5. Juni 2003 für fünf Monate 

Quelle : Auswärtiges Amt

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